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Buchvorstellung Günther Anders: L'home dalt del pont. Diari d'Hiroshima i Nagasaki


Datum: 25. Januar 2023
Beginn: 19:00 Uhr
Ende: 21:00 Uhr
Ort: Goethe-Institut Barcelona c/Roger de Flor, 224
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Der Mann auf der Brücke. Tagebuch aus Hiroshima und Nagasaki
Anlässlich der Veröffentlichung von L'home dalt del pont. Diari d'Hiroshima i Nagasaki (Der Mann auf der Brücke, Tagebuch aus Hiroshima und Nagasaki), laden das Goethe-Institut Barcelona und der Verlag Club Editor zu einem Gespräch zwischen Maria Bohigas und Stefania Fantauzzi über den Denker Günther Anders ein. Und auf ein Glas Wein zum Abschluss.
L'home dalt del pont. Diari d'Hiroshima i Nagasaki Aus dem Deutschen übersetzt von Joan Ferrarons. Nachwort von Stefania Fantauzzi, Barcelona, Club Editor Januar 2023
Noch vor den Kryptowährungen oder den Zoom-Meetings hat ein technologischer Durchbruch die Entfernungen zwischen den Ländern aufgehoben: Seit der Atombombe in Hiroshima kann ein einziger Knopfdruck alle Lebewesen auf der Erde in Gefahr bringen. Davon handelt das Tagebuch, das der Philosoph Günther Anders schrieb, als er nach Japan reiste, dreizehn Jahre nachdem jemand den Knopf gedrückt hatte: wie die Technik den Menschen unverantwortlich macht, weil er sich die Folgen seiner Gesten nicht vorstellen kann. Der Mann auf der Brücke ist ein unverzichtbarer Text, um sich Alternativen zu einer von Krieg und Klimakrise geprägten Zeit vorzustellen. So sagt Paul B. Preciado: "Anders hat ein Tagebuch geschrieben, das so klar ist wie seine Schlussfolgerungen verheerend. Dieses Tagebuch muss heute als Landkarte gelesen werden, um sich in der Gegenwart zurechtzufinden".
Biographie des Autors Günther Anders (Breslau, 1902-Wien, 1992), Sohn der Pioniere der Kinderpsychologie Clara und William Stern, Cousin von Walter Benjamin, Hannah Arendts ersten Ehemann, ist wohl der einzige männliche Philosoph, an den man sich mehr wegen seiner familiären Beziehungen als wegen seiner Werke erinnert. Der Sohn einer jüdischen Familie war Schüler von Husserl, Heidegger und Cassirer. Ende der 1920er Jahre wurde seine akademische Laufbahn unterbrochen und er musste sich dem Journalismus zuwenden; in dieser Zeit nahm er das Pseudonym "Anders" an und heiratete Hannah Arendt. 1933 musste er aus Nazi-Deutschland fliehen: zunächst nach Paris und dann auf eigene Faust in die Vereinigten Staaten, wo alles mögliche tat, um seinen Lebensunterhalt zu verdienen: in Hollywood-Lagerhäusern, als persönlicher Sekretär von Bertold Brecht, als Nachhilfelehrer und als Bauarbeiter. Nach den Erfahrungen des Exils, der nationalsozialistischen Vernichtung und der Atombomben verfasste er ab den 1950er Jahren die Bücher, die sein Spätwerk ausmachen: Der Anachronismus des Menschen, der Höhepunkt seiner Technikkritik, Der Mann auf der Brücke, Jenseits der Grenzen des Bewusstseins - der Briefwechsel mit dem Hiroshima-Piloten Claude Eatherly, Die nukleare Bedrohung und Wir, die Kinder Eichmanns. Im Jahr 1983 wurde er mit dem Theodor W. Adorno-Preis für Philosophie ausgezeichnet.
Über Stefania Fantauzzi Doktorin der Philosophie und wissenschaftliche Mitarbeiterin am Seminar für Philosophie und Gender des AUN (Forschungszentrum für Theorie, Gender und Sexualität) an der Universität Barcelona und Mitglied der Arbeitsgruppe Philosophie und Politik Hannah Ahrendts. Sie schloss ihr Studium der Philosophie an der Universität Bologna ab. Ihr Interesse gilt der politischen Philosophie und vor allem dem Denken von Hannah Arendt, über die sie bereits mehrere Artikel in Zeitschriften und Büchern veröffentlicht hat. In den letzten Jahren hat sie sich auf Arendts Schriften zur Judenfrage und zum zivilen Ungehorsam konzentriert. Sie hat den Band Participar del mundo herausgegeben. Escritos 1941-1945 (Lleonard Muntaner, 2019), und hat außerdem Beiträge zu den Büchern Sobre la guerra y la violencia en el discurso femenino (1914-1989) (Universitat de Barcelona, 2006) und Palabras clave. Überlegungen für Fina Birulés (Icaria, 2020) verfasst.
Sprache: Katalanisch
Preis: Eintritt frei, keine Voranmeldung erforderlich

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